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künstlerische Forschung 8 SINNPRODUKTION

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im Frühjahr 1919 das Bauhaus in den von van de Velde entworfenen Schulbauten residierte und einige Handwerksmeister der ehemaligen Kunstgewerbeschule mit ihren Werkstätten in seinen Verbund aufnahm. Auch grundlegende Ideen des Programms, wie die Werkstattausbildung und die angestrebte wirtschaftliche Unabhängigkeit durch produktive Arbeit waren bereits von van de Velde vorgedacht worden. Er hatte sich für die Ideen der Kunstschulreform stark gemacht und die Angliederung von Werkstätten für Tapisserie, Stickerei und Spitzenherstellung an die Akademien für Malerei und Bildhauerei gefordert.[2] Am Beginn eines Neuen Stils sah van de Velde nicht den Künstler, sondern den Ingenieur. Darin schien er Gropius‘ Ansichten vorweg zu nehmen, wenngleich der Jüngere den Architekten in dieser Beziehung mehr zutraute.
Gropius‘ Berufung nach Weimar legte die Annahme einer Fortführung der Kunstgewerbeschule allerdings auch nahe, entsprach man doch damit einem Vorschlag van de Veldes. Beide Künstler waren 1914 auf der Werkbundausstellung in Köln mit außergewöhnlichen Beiträgen aufgefallen und im anschließenden Werkbundstreit Seite an Seite gegen die Verfechter der Typisierung angetreten


 Gropius‘ Berufung spielte sich praktisch zwischen den Fronten der Weimarer Kunstschulpolitik ab und verlangte allerhand diplomatisches Geschick. Zwischen van de Velde und dem damaligen Direktor der Hochschule für bildende Kunst, Fritz Mackensen, hatten während der Zeit des Bestehens der Kunstgewerbeschule erhebliche Spannungen bestanden, die – so wurde kolportiert – angeblich sogar in einer Duellforderung gipfelten. Obwohl von van de Velde vorgeschlagen, verhandelte doch letztendlich Mackensen im Auftrag des Großherzogs mit Gropius und unternahm zugleich den Versuch, das Kunstgewerbe dem Direktorat der Hochschule unterzuordnen.


 Während van de Velde Schülerschaft als Nachfolge betrachtete, sah Gropius deren Ziel in der freien Entfaltung der Persönlichkeit.

 Erst in Dessau sollte es Gropius gelingen, eine
Siedlung zu errichten, die den Bedürfnissen
und Möglichkeiten der einkommensschwachen
Schichten Rechnung zu tragen suchte (Abb. 4,
Abb. 5). Seit 1927 baute er auf einem von der
Stadt erworbenen Gelände kompakte, zweigeschossige
Einfamilienhäuser, teils aus vorgefertigten
Elementen, teils unter Verwendung
des auf dem Bauplatz anstehenden Kieses, den
er zu Formsteinen unterschiedlichen Formats
verarbeiten ließ. Seine Versuche in Dessau-
Törten verfolgten das Ziel, die Baukosten so
weit wie möglich zu senken und die Bauzeit zu
verkürzen. Darüber hinaus garantierte der von
ihm aufgestellte Bebauungsplan, dass jedes
Haus über eine eigene Gartenparzelle verfügte,
die Kleintierhaltung und Gartenbau zuließ. Die
soziale Dimension des Engagements von Gropius
ist unverkennbar.


 Der Einzug der Technik in die alltägliche Lebenswelt weckte Anfang des 20. Jahrhunderts Hoffnungen und Utopien. Gleichzeitig die verheerenden Potenziale technischer Errungenschaften.

Das Projekt „Werkbund ..............“ diskutierte diese Ambivalenz, die sich auch in den künstlerischen Arbeiten der Werkbund Künstler in Worpswede die Zeit 1907 bis 1927 widerspiegelt.
Erstmals präsentierte eine Einzelausstellung explizit diesen Kontext mit historischen Originalexponaten: Projekte, Entwürfe und Konzepte.
 als Ort einer radikalen Arbeit an Bildern und Vorstellungen, als interdisziplinäres Zentrum einer künstlerischen Suche nach einer Neudefinition des modernen Menschen.
Das Bild des Werkbund in Worpswede – in der heutigen Wahrnehmung überwiegend von seiner Architektur und seinem Design geprägt – soll korrigiert und damit neue Interpretationen des künstlerischen Arbeitens  formuliert werden.

Eine Publikation und ein Symposium, ein Filmprogramm mit Workshops und Performances. Die Folgeausstellungen in..... und .... werden vor Ort jeweils spezifisch modifiziert.